Freitag, 19.Juli: Einblick in das jüdische Budapest, ungarische Genderpolitik und Abschied

Der heutige Tag steht im Spannungsfeld der jüdischen Kultur Budapests und dem Umgang mit Antisemitismus in der Gesellschaft und Politik.

Da der Holocaust auch in Ungarn alles andere als blockiert wurde sowie zur Ermordung und Deportation ungefähr der Hälfte der 1,2 Millionen zählenden jüdischen Bevölkerung führte, spielt das Kapitel der Horthy-Ära und der Regierungsübernahme durch die Nazis und die mit ihnen verbündeten Pfeilkreuzler und vor allem der heutige Umgang damit eine fundamentale Rolle. Im Holocaust Memorial Center wollten wir uns daher ein Bild über das Ausmaß der Nazizeit in Ungarn und den Umgang mit der Vergangenheit machen. Weiterlesen

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Donnerstag, 18. Juli: Raus aus der Großstadt – oder wie es Ungarns Kommunen seit dem Regierungswechsel ergangen ist

Nach 3 Tagen Hauptstadttrubel zog es die Reisegruppe aus Budapest, um zu erfahren, wie die Menschen in der Kommune dem Politikwechsel begegnen. Da Ungarn mit Ausnahme von Budapest fast ausschließlich aus Kleinstädten mit unter 200.00 Einwohner_innen und Dörfern besteht und rund 58 Prozent der Bevölkerung in Kommunen mit weniger als 10.000 Menschen wohnen, kommt dieser Perspektive folglich eine gewichtige Bedeutung zu. Weiterlesen

Mittwoch, 17. Juli: Ohnmacht und Protest in Ungarns Medien- und Kulturszene

Ein neuer Tag, ein neues Themenfeld. Heute trafen wir uns mit verschiedenen Vertreter_innen des ungarischen Medien- und Kulturmilieus. Erster Halt auf dieser Reise war bei dem Journalisten der größten linksliberalen Tageszeitung Népszabadság Márton Gergeley, seinem Kollegen Zsolt Bogár vom mit dem Spiegel vergleichbaren Politikmagazin HVG sowie der Medienrechtsexpertin Kriszta Nagy. Auf die Frage nach den Auswirkungen des neuen Mediengesetzes auf die Pressefreiheit zeichneten die drei ein bedenkliches Bild einer von Regierungswegen zentralisierten Medienlandschaft, in der Diversität strategisch erschwert wird und laut Márton langsam erstickt. Weiterlesen

Dienstag, 16. Juli – Von Königen im Parlament, Öl für den Frieden und anderen Kuriositäten

Der heutige Tag startete mit Neugierde auf den Besuch im Ungarischen Parlament, welches neuerdings von festlich uniformierten Wachen beaufsichtigt wird. Das Gebäude wirkt von außen und ebenfalls von innen wie ein Schloss. Von oben bis unten prangen Gold, Pomp und in einem extra Raum trohnt die Heilige Stefanskrone, bewacht von der dazugehörigen Kronwache sowie einer großen Reigen von Statuen der ehemaligen Monarchen. Wäre nicht der Parlamentsraum als solcher ersichtlich und in seiner üblichen – wenn auch zur Zeit nicht wirklich genutzten – Funktion des Austausches zwischen Regierung und Opposition von der Parlamentsreferentin vorgestellt worden – man könnte glauben, Ungarn sei immer noch eine Monarchie. Weiterlesen

Montag, 15. Juli – Eintauchen in die Stadt

Im sprichwörtlichen Schlaf hat sich unsere bunt zusammengewürfelte Reisetruppe per Nachtzug mit mehr oder weniger Nachtruhe nach Budapest begeben. Unsere Mitreisenden haben ganz unterschiedliche Motive. Ob nun ein Wiedersehen mit der Stadt nach 30 Jahren, die Neugierde auf die Bildungsreise geweckt hat, familiäre Hintergründe das Interesse für Ungarn entfacht haben, ein Filmdreh über die politische Situation und die Reaktion der Zivilgesellschaft Motivation zur Mitreise war, Forschungsfragen vertieft werden sollen oder die pure Neugierde gewunken hat – alle diese verschiedenen Menschen haben sich in unserer Gruppe versammelt. Genügend Stoff für spannende Diskussionen ist also gesichert. Weiterlesen

Reisevokabular

Bei Weiterdenken sind langsam alle Materialien für die große Reise zusammen getragen und gut verzurrt. Bleiben noch gute 200 Seiten feinstes Readerlektüre für alle informationsbedürftigen Mitreisenden und die grundlegenden Frage: Was heißen eigentlich ‚danke‘ und andere überlebenswichtige Vokabeln auf Ungarisch? Und noch viel wichtiger –  wie wird das ausgesprochen? 🙂 Ein Klick auf den Link kann Wunder wirken!

Reisewortschatz